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Catergory Archive for ‘Nützliches’ at Pretzels Polka and the Pursuit Of Happiness

Archive for the 'Nützliches' Category

Gegoogleeartht…

Für alle Google Earth-Fans haben wir unsere Route (einschließlich der besuchten Orte und einiger Fotos) in Google Earth angelegt: Alle Straßen, alle Restaurants, alle Übernachtungen, alle Umwege und alle Drehorte. Für uns zur Erinnerung - für alle Anderen zum Stöbern. Außerdem unerlässlich für eine Reise zu den Originalschauplätzen des Films ;)

Einfach das .kmz-File (103 KB) herunterladen (Rechte Maustaste und “Ziel speichern unter…”) und in Google-Earth öffnen.

Viel Spaß.

Rückblick und Ausblick

Ich habe in den letzten Wochen unglaublich viel über mich selbst und über das Drehen eines Dokumentarfilms gelernt. Das impliziert natürlich auch, dass ich das Gefühl habe, einiges hätte besser machen zu können…

Letztlich waren fünf Wochen recht knapp bemessen. Denn neben den eigentlichen Dreharbeiten stand auch das Suchen und Finden von geeigneten Protagonisten und Orten an. Und die Strecken in Texas sind eben doch sehr weit. Aber ich will nicht jammern, denn selbst von TV-Sendern finanzierte Dokumentarfilmproduktionen haben oftmals nicht mehr Zeit für Recherche und Dreharbeiten vor Ort.

Ich habe bei Weitem nicht alle Personen treffen können, mit denen ich vorher von Deutschland aus Kontakt aufgenommen hatte. Das wurmt, weil ich das Gefühl hatte, eventuell die spannendste Person oder die perfekte Umgebung zu verpassen. Ich hatte mir vorgenommen, möglichst viele Menschen zu treffen und dann erst die passenden Orte und Personen auszuwählen. Jedoch gestaltete sich dieses Vorhaben bereits in der ersten Drehwoche als äußerst schwierig, da gleichzeitig einige wichtige Events auf dem Terminplan standen, die ich unbedingt besuchen und mit der Kamera festhalten wollte. Außerdem wollte ich auch keine spontanen Gelegenheiten verstreichen lassen, und so fingen wir sofort mit dem Drehen an, sobald wir auf Protagonisten gestoßen waren, die interessant wirkten und mit denen sich gute Drehsituationen ergaben. Das war auch wichtig, um herauszufinden, wie sie sich vor der Kamera verhalten. So sammelte ich Material, während ich eigentlich noch mitten im Recherche- und Auswahlprozess war. Ein notwendiges Vorgehen, was aber auch Zeit und Festplattenkapazitäten kostete.

Im Laufe der ersten Drehhälfte hatte ich einige Personen getroffen, darunter auch die mittlerweile feststehenden Protagonisten. Teils waren diese Treffen nur sehr kurz, so dass ich zwar einen ersten (guten) Eindruck hatte, aber nicht sicher gehen konnte, wie sich die Arbeit mit ihnen noch entwickeln würde und wie sie später im Film zusammenpassen würden. Aus Zeitgründen konzentrierte ich mich dennoch auf sie, anstatt noch weitere Personen und Orte abzuklappern. Ich hatte Glück! Bei keinem der ausgewählten Protagonisten stellte sich im Laufe der Wochen das Gefühl ein, wir seien auf dem Holzweg. Im Gegenteil… Wie und ob sich das Material jedoch am Ende wirklich zusammenfügen, also in eine Dramaturgie und einen Spannungsbogen bringen lässt, werde ich wohl erst im Prozess des Sichtens und Schneidens herausfinden können.

Das Zusammenspiel von Recherche und Dreh ist ein Aspekt, den ich in Zukunft optimieren möchte.

Ein anderer Punkt, bei dem ich mit mir selbst nicht ganz zufrieden war, war die Interviewführung. Meiner Meinung nach eine der schwierigsten Aufgaben des Dokumentarfilmregisseurs. Hier ist das Kennen der Interviewpartner, Einfühlungsvermögen, eine sehr gute Vorbereitung und hohe Konzentration gefragt. Oft stellten sich mir während des Interviews spontane Fragen, und ich versuchte sie der Reihe nach in meinem Hinterkopf zu speichern, zu ordnen und im richtigen Moment abzurufen. Das gelang mir aber nicht immer, stattdessen fielen mir einige dieser Fragen erst später wieder ein, als ich zu Bett ging. Einerseits fehlte es wohl an ausgiebiger Vorbereitung und zum Anderen an Konzentration. Beides Resultate von Zeitmangel und Müdigkeit. Meine ausstehenden Fragen konnte ich zwar zum Großteil bei weiteren Treffen irgendwie unterbringen, aber manchmal war das dann eben nicht mehr der richtige Augenblick oder die passende Stimmung.

Obwohl die Dreharbeiten beendet sind, liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich habe gerade angefangen die 88 Stunden Rohmaterial zu sichten. Das Material befindet sich in digitaler Form auf vier externen Festplatten (Maxtor OneTouch III TE) mit insgesamt 5500 GB Speicherplatz. (Wir waren mit drei Festplatten in die Staaten geflogen, mussten uns dann aber noch eine weitere vor Ort kaufen, da der Speicherplatz nicht reichte…) In jeder Maxtor OneTouch arbeiten zwei Festplatten, so dass die Daten automatisch gespiegelt sind. Würden wir auf diese doppelte Sicherung verzichten, wären also eigentlich nur 2250 GB Speicherplatz belegt…

Ich werde die nächsten Wochen damit beschäftigt sein, das Material zu sichten, zu sortieren, organisieren, katalogisieren und Interviews zu protokollieren, bevor ich mit dem Schnitt anfangen kann. Ich spiele mit dem Gedanken, den Film länger als 60 Minuten werden zu lassen. Ein abendfüllender Film zwischen 75 und 90 Minuten wäre toll. Ich bin mir dabei aber bewusst, dass ich das den Zuschauern nur dann antun kann, wenn es das Material tatsächlich zulässt und der Spannungsbogen über eine so lange Zeit aufrecht erhalten werden kann. Es ist also abzuwarten, ob diese Gedanken möglicherweise nur Utopie bleiben.

Bevor ich für heute Schluss mache, möchte ich unbedingt noch ein Buch empfehlen, das mir sehr weitergeholfen hat: “Das Gefühl des Augenblicks. Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms” von Thomas Schadt. Es vermittelt wirklich hilfreiche und praktisch anwendbare Informationen zur Theorie und Praxis des Dokumentarfilms - und das in einem verständlichen und lockeren Schreibstil. 2002 zum ersten Mal erschienen und mittlerweile ein Klassiker in der Dokumentarfilmbranche. Ich habe das 300-Seiten-Werk regelrecht verschlungen.

Fazit

  • 10750 Meilen (17300 km) geflogen
  • 3841 Fotos geschossen
  • 4335 Meilen (6977 km) auf texanischen Straßen zurückgelegt
  • 10x bei Starbucks gewesen
  • 12 Nächte in Motels verbracht
  • 35x geduscht
  • 39 Insektenstiche bekommen (Mosquitos, Fire Ants, Spiders…)
  • 88 Stunden Rohmaterial gefilmt
  • 75x „It’s nice to meet you!“ gesagt
  • 13 Tage deutsche Musik gehört
  • 28 Drehtage durchgestanden
  • 22x Fast Food gegessen
  • 1x bei Mc Donald’s gegessen
  • 662x über Dips und Bumps gefahren
  • 17 Nächte bei Sarah in Manor geschlafen
  • 3x Deutschland vermisst
  • 84 Rehe gesehen
  • 5500 Gigabyte Festplattenkapazitäten ausgeschöpft
  • 2 Tage zum Ausspannen gehabt
  • 21 tote Rehe gesehen
  • 99 Liter Kaffee getrunken
  • 10x New Braunfels besucht
  • 3.021.846 Insekten mit der Windschutzscheibe gekillt
  • 25x die Autoscheiben geputzt
  • 34 Burger gegessen
  • 11 Visitenkarten zugesteckt bekommen
  • 5x bei Chili’s gegessen
  • 15 Minuten Luckenbach
  • 6 Tage Houston
  • 4x gekränkelt
  • 46 Stockwerke in weniger als 6 Sekunden gefahren (Fulbright Tower Houston)
  • 2 Stockwerke in mehr als 30 Sekunden gefahren (University of Texas, Austin)
  • 22 Flugstunden abgesessen
  • 8x in Fredericksburg gewesen
  • 1 Mikrofon verloren
  • 36x „May I have the receipt, please?“ gefragt
  • 5x durch den Security Check am Flughafen gejagt
  • 57 Liter Dr. Pepper getrunken (Regular, Diet, Vanilla, Diet Vanilla, Cherry, Cherry Vanilla, Diet Cherry Vanilla)
  • 7 Nächte zu Gast bei Mary und Barry Irwin (New Braunfels) gewesen
  • 116 überfahrene Stinktiere, Hunde, Katzen, Waschbären und Undefninierbares gesehen
  • 0 Armadillos (Gürteltiere) gesehen
  • 824 Liter Benzin für nur 414,39 Euro getankt!
  • 2 Mietwagen runtergenudelt
  • 36 Tage Fleisch gegessen
  • 623 Interviewfragen gestellt

P2-Technik beim Dokumentarfilm (Teil 1)

Weil wir mit “Cowboys in Lederhosen” nicht nur geographisch, sondern auch technisch gesehen Neuland betreten, will ich mal ein paar Worte zum Thema HD-Dreh, P2-Technik und Workflow los werden. Also eine Menge technisches Mambojambo, um das alle Nicht-Interessierten im besten Fall einen weiten Bogen machen.

Zu den Basics: Wir drehen mit einer Panasonic HVX200E im P2-Format, d.h. wir zeichnen nicht auf Videoband auf, sondern auf Speicherkarten. Wochenlang hatten wir uns im Vorfeld mit dem Handling der Daten und der Formatvielfalt bei HD-Video auseinandergesetzt. Vieles ist neu und unerprobt – nicht nur für uns, sondern wohl auch für andere. Erfahrungsberichte sind noch rar und die Meinungen gehen in alle Richtungen. Fragen kamen auf: Wie geht man mit der riesigen Datenmenge um, deren Größe gerade beim Dokumentarfilm schwer einzuschätzen ist? Wie viel Speicherplatz wird nötig sein, um ein vernünftiges Drehverhältnis zu erzielen? Wie sichert man die Daten mindestens zweifach ab? Wie lange dauert die Datenübertragung bei der Sicherung? Wer führt Buch über die Daten, kümmert sich um die Sicherung, das Abladen und Neuformatieren der Karten? Wie und wo kann man Material vernünftig sichten?

Bei all diesen Fragen muss zusätzlich noch beachtet werden, dass wir für die Dauer der Dreharbeiten keine stationäre Homebase haben: Wir sind mobil, können Daten also nicht auf stationären Rechnern sichern, sondern müssen ein System finden, das sich Abend für Abend schnell aufbauen und einfach bedienen lässt, das leicht und transportabel ist.


Uns stehen zur Aufzeichnung 4 P2-Karten á 8 GB zur Verfügung sowie Panasonics mobiles Festplattenlaufwerk AJ-PCS060G (das so genannte P2Store mit 60 GB Speicherplatz) und ein Focus FS-100 FireStore (mit 100 GB, deutscher Vertrieb durch die Como GmbH). Wir kommen also auf 192 GB Speicherkapazität, bis alle Karten, das P2Store sowie das FireStore randvoll sind – und wir gezwungen sind, diese Daten auf einen permanenten Speicher zu übertragen. Wieviel 192 GB in Minuten sind hängt vom HD-Format ab.
Hier weiterlesen… ‘P2-Technik beim Dokumentarfilm (Teil 1)’

Ein Freund für’s Leben…

Hallo interessierte Leser,

da ich auch hier in Texas von vielen schon darauf angesprochen wurde, ein kurzer Exkurs über ein hier unersetzliches Equipmentteil. Der Hut – also mein Hut – der (wie ihr sicher als eifrige Bilderbetrachter schon bemerkt habt) auf meinem Kopf fest verankert ist. Er schützt nicht nur vor der hier gnadenlos brennenden Sonne, sondern kann zusätzlich als Kühlluftfächer, Sonnenblende für die Kamera und vieles mehr dienen. Natürlich ist dies in meinem Fall kein original Texas-Hut wie er hier von fast jedem getragen wird (Oftmals aus Stroh oder Filz, bei den Amis hier natürlich auch aus Plastik erwerbbar). Vielmehr handelt es sich um einen Lederhut aus einem anderen sonnengeplagten Land: Australien. Er wurde aus gutem Känguruleder gefertigt und von mir im Ursprungsland erworben. Aus schmerzlicher Erfahrung hatte ich bereits bei anderen Filmprojekten gelernt, dass ein Baseballcap zwar gut aussieht und auch die Augen vor dem Licht schützt, aber außer dem Gesicht allerdings alle anderen Kopfpartien ungeschützt bleiben. Daher der nun original australische, rundum Sicherheit bietende Outback-Hut. Gleichzeitig ist seine Krempe flexibel und ist somit weder beim Fotografieren noch beim Bedienen der Filmkamera störend im Weg. Die Vorteile, bzw. die Nachteile einer nicht adäquaten Kopfbedeckung hat Alex heute schmerzlich erfahren müssen (Stichwort Krebsrot), so dass für unseren morgigen Sonntag erstmal der Kauf eines Texas-Cowboyhutes auf dem Plan steht. Am Ende dieses Trips können wir sicherlich dann auch einen nicht repräsentativen Vergleichstest anbieten, wessen Cowboyhut – in Australien heißen die Personen allerdings Ringer – den Strapazen und Anforderungen eines Filmes besser gewachsen ist.

Day Of The Living Zollbeamte

Fast 110 Kilogramm bringt allein die technische Ausrüstung auf die Waage, die wir mit uns führen! Das erfordert nicht nur einiges an Verpackungskunst, damit die zum Teil hochempfindlichen Geräte den Flug heil überstehen, sondern vor allem auch die korrekte behördliche Abwicklung. Denn 110 Kilo Filmausrüstung kann man nicht mal eben als Zubehör für’s private Urlaubsvideo ausgeben. Es handelt sich also um die (vorübergehende) Einfuhr von Waren. Damit diese bei der Ein- bzw. Ausreise nicht verzollt werden müssen, gibt es zwischen zahlreichen Ländern das so genannte Carnet-Abkommen. Das Carnet sorgt für eine schnelle Zollabwicklung und eben dafür, dass keine Zollgebühren anfallen. Kostet allerdings viel Zeit, um es korrekt auszufüllen. Ein Punkt, den wir gewaltig unterschätzt hatten.


Jetzt geht es etwas ins Detail, aber weil wir uns im Vorfeld solche Erfahrungsberichte manchmal gewünscht hätten, will ich für Interessierte das Carnet-Verfahren etwas ausführlicher beschreiben.
Hier weiterlesen… ‘Day Of The Living Zollbeamte’