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Catergory Archive for ‘Menschliches’ at Pretzels Polka and the Pursuit Of Happiness

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Zwischen Authentizität und Kitsch

Wir haben die ersten beiden Drehtage hinter uns - und sind völlig k.o.! Es waren lange Drehtage. Spät ins Bett und früh raus. Kaum Pausen. Viel körperliche Anstrengung, vor allem für Alex und Matthias, ich für meinen Teil kämpfte gegen Nervosität und anfängliche Unsicherheiten im Umgang mit den Protagonisten an. Soweit ist das ja alles normal beim Drehen eines Films. Wäre da nicht noch diese drückende Hitze… Klar gibt es überall Klimaanlagen (die immer viel zu kalt eingestellt sind), aber wir haben die letzten beiden Tage fast ausschließlich im Freien gedreht, und das sogar mitten in der Mittagssonne. Sonnenbrand und Erschöpfung waren das Ergebnis. Wir stellen also fest: Wenn wir die nächsten vier Wochen halbwegs gut durchstehen wollen, dürfen die Drehtage nicht so voll gestopft sein, vor allem dann nicht, wenn wir im Freien drehen.

Am Freitag fuhren wir also nach Fredericksburg, ein von Deutschen gegründetes kleines Städtchen ca. zwei Stunden westlich von Austin. Hier wird einmal im Jahr ein kleines Oktoberfest gefeiert, welches jede Menge Besucher anzieht. Wir trafen auf zwei Bands, die ich mir vorher bereits herausgepickt hatte. Die “Walburg Boys” sind hier recht bekannt, weil sie fetzige Tanzmusik spielen und schön jodeln können (kein Wunder, der Bandleader ist ein vor zwanzig Jahren ausgewanderter Münchner). Das Gegenstück stellte die texanische Gruppe “Oma & the Oompahs” dar, die deutsche volkstümliche Musik wie etwa “In München steht ein Hofbräuhaus” und deutsche Kinderlieder zum Mitschunkeln spielt. Der jeweilige Anspruch klaffte zwar weit auseinander, die Amerikaner waren aber in beiden Fällen begeistert!

Überhaupt entsprach das Fest im Großen und Ganzen meinen Erwartungen: Deutsche Beschriftungen, Schilder und Fahnen sorgten für den optischen Eindruck, während es sich sowohl musikalisch als auch kulinarisch eher um ein deutsch-amerikanisches Gemisch handelte. Immerhin gab es ein paar deutsche Biere (z.B. Paulaner, Franziskaner) und Bratwurst (auf einem Holzspieß!) mit Sauerkraut.

Das Fest war ein schöner Einstieg um sich an das Thema des Films heranzutasten. Richtig spannend wurde es dann, als wir auf die ersten Protagonisten trafen. Hier weiterlesen… ‘Zwischen Authentizität und Kitsch’

Wie Weihnachten, nur ohne Vorfreude

Gestern Abend holten wir Matthias, unser drittes Teammitglied, am Airport ab. Auch sein Gepäck traf pünktlich und unbeschadet ein. Im Nachhinein erfuhren wir von seinem Erlebnis am Frankfurter Flughafen:

Verfasst von Matthias:

Alle haben gewarnt: „Ja die Amis sind so streng bei der Einreise und durchsuchen alles“, „Die reisen die Koffer auseinander und fragen dir Löcher in den Bauch“, „Der Koffer zerwühlt und alles aufgerissen“ etc.
Aber wie so oft, der Feind sitzt im Inneren. Eine Reise in die USA beginnt am Check-in-Schalter des Flughafens. Da stand ich nun ich armer Thor… nein, da kniete ich auf dem Boden des Flughafens Frankfurt Rhein-Main und musste meinen Koffer selber auseinander nehmen. Hier weiterlesen… ‘Wie Weihnachten, nur ohne Vorfreude’

I am German, too!

90 Grad Fahrenheit – ca. 33 Grad Celsius. Nachts ist es ein paar Grad kälter. Zu wenig kurze Hosen im Gepäck – zumindest für draußen.
Unsere „Homebase“ bei meiner Freundin Sarah befindet sich etwas außerhalb von Austin. Ein Haus umgeben von Wiesen und Feldern. Der Blick von der Veranda ist ein Traum: Ein Pferd steht vor einem klitzekleinen Weiher. Man könnte meinen wir wären im Urlaub…

Völlig erschöpft kamen wir gestern Nacht in Austin mit dem Flieger an. Es lief alles glatt, auch unsere 7 (!) Koffer mit Equipment, Mitbringseln und Klamotten kamen heil an. Nur die vielen Sicherheitschecks in Frankfurt und Washington waren etwas nervig. Zweimal hintereinander wurden wir mit unserem Handgepäck (Kamera, Festplattenkoffer) in einen separaten Raum gebeten, wo die Sachen dann auf Sprengstoffspuren hin überprüft wurden. In Washington hinterließen wir unseren digitalen Fingerabdruck sowie ein Foto mit roten Augen und fettigen Haaren. Zum Glück konservieren sie nicht auch schon den Körpergeruch, denn sonst würden sie uns bestimmt kein weiteres Mal einreisen lassen.

Am Flughafen in Austin holten wir dann unseren Mietwagen ab. Die (typisch amerikanisch aussehende) Lady am Schalter bediente uns äußerst freundlich, so wie sich das in Amerika eben gehört. Als wir die Frage nach dem Grund unseres Aufenthalts beantwortet hatten, wirkte sie sichtlich interessiert und wir erläuterten ihr brav in einem Satz das Thema des Films, worauf sie sofort hoch erfreut mit „I am German, too!“ reagierte. Ich hätte aus Spaß auf Deutsch weiterreden sollen, stattdessen fragte ich sofort, die wievielte Generation sie sei. „I don’t know, but my greatgrandfather on my mother’s side was a Niemeyer, my greatgrandmother on my dad’s side a Kruger, my granddad was a Hofmann, …“ So zählte sie bestimmt zwei Minuten lang deutsche Familiennamen auf, wurde dann aber von einem Kollegen unterbrochen, der etwas von ihr wissen wollte. Als sie sich uns wieder zuwendete, fragte sie erneut „So what’s the purpose of your visit?“, merkte aber gleich, dass wir diese Frage wohl schon beantwortet hatten. Es folgten noch ein paar Floskeln und ein amerikanisches Lächeln – dann bekamen wir unser GPS ausgehändigt und verabschiedeten uns. Angesichts unseres Gepäcks, bot uns der Mitarbeiter auf dem Parkplatz sofort ein kostenloses upgrade auf einen Full-Size Chevrolet an – wir nahmen dankend an. Wenigstens können wir nun mit unserer “weißen Kutsche” mit den anderen Autos auf den Straßen mithalten!

Die Blogosphäre…oder wie ich zur Bloggerin wurde

Kaum zu glauben - ich und (m)ein Blog! Auf diesem Gebiet bin ich zugegebenermaßen ein absoluter Neuling und daher wirklich gespannt, wie sich dieses Blog auf mich auswirken wird, oder eher umgekehrt? Jedenfalls wurde es mir von meinem Produzenten “aufgedrückt” (danke, Alex!), obwohl ich doch eigentlich viel Wichtigeres zu tun hätte als hier “Tagebuch” zu schreiben. Schließlich geht es in zwei Tagen los. Es ist noch nichts gepackt. Stattdessen vereinbare ich immer noch Termine mit potentiellen Protagonisten, drucke Veranstaltungskalender diverser Feste in Texas aus und schlage mich mit einer Magen-Darm-Grippe herum.

Als “Blogger” sollte man über die Welt der Blogs bescheid wissen, dachte ich mir jedenfalls, bevor ich mich zum ersten Mal hier einloggte. Also hab ich gleich mal geguckt, was die Wikipedianer dazu zu sagen haben. Dort wird unter anderem von Studien gesprochen, welche die soziodemografischen Merkmale der Blogger untersuchen. Ich lernte, dass es zwei Gruppen von Bloggern gibt, die Personal-Blogger (halten persönliche Erfahrungen fest) und die Non-personal-Blogger (liefern Informationen, kommentieren). Und da heißt es doch glatt: “Non-personal-Blogger sind zum Großteil Männer, die eine höhere formale Bildung als Personal-Blogger haben. Außerdem haben sie im Schnitt mehr Leser, aktualisieren ihr Blog häufiger und verbringen mehr Zeit damit.” — OKAY! Im Nu waren jegliche Anzeichen meiner Blog-Lethargie verschwunden! Der Wille zum “Bloggen auf Teufel komm raus” in mir geboren! Ihr könnt euch auf was gefasst machen! Ich zeige euch ein Blog, welches Informationsquelle und Tagebuch zu vereinen weiß! Die Unpersönlichen können einpacken…