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Catergory Archive for ‘Dreharbeiten’ at Pretzels Polka and the Pursuit Of Happiness

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Rückblick und Ausblick

Ich habe in den letzten Wochen unglaublich viel über mich selbst und über das Drehen eines Dokumentarfilms gelernt. Das impliziert natürlich auch, dass ich das Gefühl habe, einiges hätte besser machen zu können…

Letztlich waren fünf Wochen recht knapp bemessen. Denn neben den eigentlichen Dreharbeiten stand auch das Suchen und Finden von geeigneten Protagonisten und Orten an. Und die Strecken in Texas sind eben doch sehr weit. Aber ich will nicht jammern, denn selbst von TV-Sendern finanzierte Dokumentarfilmproduktionen haben oftmals nicht mehr Zeit für Recherche und Dreharbeiten vor Ort.

Ich habe bei Weitem nicht alle Personen treffen können, mit denen ich vorher von Deutschland aus Kontakt aufgenommen hatte. Das wurmt, weil ich das Gefühl hatte, eventuell die spannendste Person oder die perfekte Umgebung zu verpassen. Ich hatte mir vorgenommen, möglichst viele Menschen zu treffen und dann erst die passenden Orte und Personen auszuwählen. Jedoch gestaltete sich dieses Vorhaben bereits in der ersten Drehwoche als äußerst schwierig, da gleichzeitig einige wichtige Events auf dem Terminplan standen, die ich unbedingt besuchen und mit der Kamera festhalten wollte. Außerdem wollte ich auch keine spontanen Gelegenheiten verstreichen lassen, und so fingen wir sofort mit dem Drehen an, sobald wir auf Protagonisten gestoßen waren, die interessant wirkten und mit denen sich gute Drehsituationen ergaben. Das war auch wichtig, um herauszufinden, wie sie sich vor der Kamera verhalten. So sammelte ich Material, während ich eigentlich noch mitten im Recherche- und Auswahlprozess war. Ein notwendiges Vorgehen, was aber auch Zeit und Festplattenkapazitäten kostete.

Im Laufe der ersten Drehhälfte hatte ich einige Personen getroffen, darunter auch die mittlerweile feststehenden Protagonisten. Teils waren diese Treffen nur sehr kurz, so dass ich zwar einen ersten (guten) Eindruck hatte, aber nicht sicher gehen konnte, wie sich die Arbeit mit ihnen noch entwickeln würde und wie sie später im Film zusammenpassen würden. Aus Zeitgründen konzentrierte ich mich dennoch auf sie, anstatt noch weitere Personen und Orte abzuklappern. Ich hatte Glück! Bei keinem der ausgewählten Protagonisten stellte sich im Laufe der Wochen das Gefühl ein, wir seien auf dem Holzweg. Im Gegenteil… Wie und ob sich das Material jedoch am Ende wirklich zusammenfügen, also in eine Dramaturgie und einen Spannungsbogen bringen lässt, werde ich wohl erst im Prozess des Sichtens und Schneidens herausfinden können.

Das Zusammenspiel von Recherche und Dreh ist ein Aspekt, den ich in Zukunft optimieren möchte.

Ein anderer Punkt, bei dem ich mit mir selbst nicht ganz zufrieden war, war die Interviewführung. Meiner Meinung nach eine der schwierigsten Aufgaben des Dokumentarfilmregisseurs. Hier ist das Kennen der Interviewpartner, Einfühlungsvermögen, eine sehr gute Vorbereitung und hohe Konzentration gefragt. Oft stellten sich mir während des Interviews spontane Fragen, und ich versuchte sie der Reihe nach in meinem Hinterkopf zu speichern, zu ordnen und im richtigen Moment abzurufen. Das gelang mir aber nicht immer, stattdessen fielen mir einige dieser Fragen erst später wieder ein, als ich zu Bett ging. Einerseits fehlte es wohl an ausgiebiger Vorbereitung und zum Anderen an Konzentration. Beides Resultate von Zeitmangel und Müdigkeit. Meine ausstehenden Fragen konnte ich zwar zum Großteil bei weiteren Treffen irgendwie unterbringen, aber manchmal war das dann eben nicht mehr der richtige Augenblick oder die passende Stimmung.

Obwohl die Dreharbeiten beendet sind, liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich habe gerade angefangen die 88 Stunden Rohmaterial zu sichten. Das Material befindet sich in digitaler Form auf vier externen Festplatten (Maxtor OneTouch III TE) mit insgesamt 5500 GB Speicherplatz. (Wir waren mit drei Festplatten in die Staaten geflogen, mussten uns dann aber noch eine weitere vor Ort kaufen, da der Speicherplatz nicht reichte…) In jeder Maxtor OneTouch arbeiten zwei Festplatten, so dass die Daten automatisch gespiegelt sind. Würden wir auf diese doppelte Sicherung verzichten, wären also eigentlich nur 2250 GB Speicherplatz belegt…

Ich werde die nächsten Wochen damit beschäftigt sein, das Material zu sichten, zu sortieren, organisieren, katalogisieren und Interviews zu protokollieren, bevor ich mit dem Schnitt anfangen kann. Ich spiele mit dem Gedanken, den Film länger als 60 Minuten werden zu lassen. Ein abendfüllender Film zwischen 75 und 90 Minuten wäre toll. Ich bin mir dabei aber bewusst, dass ich das den Zuschauern nur dann antun kann, wenn es das Material tatsächlich zulässt und der Spannungsbogen über eine so lange Zeit aufrecht erhalten werden kann. Es ist also abzuwarten, ob diese Gedanken möglicherweise nur Utopie bleiben.

Bevor ich für heute Schluss mache, möchte ich unbedingt noch ein Buch empfehlen, das mir sehr weitergeholfen hat: “Das Gefühl des Augenblicks. Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms” von Thomas Schadt. Es vermittelt wirklich hilfreiche und praktisch anwendbare Informationen zur Theorie und Praxis des Dokumentarfilms - und das in einem verständlichen und lockeren Schreibstil. 2002 zum ersten Mal erschienen und mittlerweile ein Klassiker in der Dokumentarfilmbranche. Ich habe das 300-Seiten-Werk regelrecht verschlungen.

Urlaubsreif!

Unsere letzte Drehwoche hatte es ganz schön in sich. Acht Drehtage am Stück, und zwar in folgender Reihenfolge: Austin, Doss, Austin, New Braunfels, La Grange, Doss, New Braunfels. Schlecht geplant, wird der ein oder andere jetzt vielleicht sagen… Dieser etwas ungute Ablauf ergibt sich jedoch daraus, dass wir versuchen mussten, am Ende noch einmal alle Protagonisten vor die Linse zu holen. Außerdem waren wir an Ereignisse gebunden, wie etwa das Wurstfest in New Braunfels oder die Hunting Party zur Eröffnung der Jagdsaison in Doss. Dennoch: Wir haben’s überlebt und einige wichtige und tolle Bilder einfangen können. Es hat sich also gelohnt!

Zu einigen dieser letzten Stationen habt ihr ja schon ein paar Infos bekommen und Bilder gesehen… Besonders erwähnenswert ist aber natürlich noch das Wurstfest- “the ten day salute to sausage”. Geworben wird auch mit dem Spruch: “The best times are Wurst times”! Hier wird zwar viel Bier getrunken (sogar deutsches Importbier, ist allerdings etwas teurer als amerikanisches Bier), gefeiert wird aber die Wurst. Statt eines Bierfass-Anstichs wird hier eine lange Wurst angebissen… Ich will aber nicht zu viel vorweg nehmen, ihr sollt euch das Spektakel im fertigen Film ansehen. Jedenfalls meinen die Amerikaner, der einzige Unterschied zwischen dem Oktoberfest in München und dem Wurstfest in New Braunfels sei der, dass man bei ihnen Bier nur aus Plastikbechern trinken und nicht auf den Tischen tanzen dürfe. Mal sehen was ihr dazu sagt, wenn ihr den Film gesehen habt. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß bei diesem äußerst skurrilen Event. Kleine Anekdote: Als wir Hunger bekamen, verließen wir drei Deutschen übrigens das Fest und gingen bei Chili’s Tex-Mex essen - dabei hätte es vor Ort alle nur erdenklichen Formen von angeblich deutschem Essen gegeben…

Freitag, 2. November: Das Wurstfest wird mit dem traditionellen 'Biting of the sausage' eröffnet.Zehn Tage 'Spass and Gemütlichkeit' im Zeichen der Wurst und mit Bier aus Plastikbechern!...und allerlei bunten Kostümen.Amerikanische Vorstellung dessen, was Deutsche täglich essen: 'Sausage on a stick'!Ich denke, wir können ohne weiteres behaupten, in unserem Leben noch nie soviel Blasmusik (Oompha Music) gehört zu haben wie in den drei Tagen Wurstfest.In New Braunfels trafen wir auch noch mal auf Diane und Bill Moltz, in deren Haus wir am Montag noch ein paar Aufnahmen und ein kurzes Interview drehten.

Am Montag Abend, 5. November 2007, beendeten wir die fünfwöchigen Dreharbeiten. Noch in der Nacht ging’s zurück nach Austin. Unseren letzten Tag in den Staaten verbrachten wir im Großen und Ganzen mit Highspeed-Shopping und Koffer packen. Am Abend gab es noch selbstgemachtes Chili bei Cheryl, Sarah und Kate in unserer Homebase in Manor. Um zwei Uhr nachts waren dann endlich alle Koffer gepackt, zum Teil allerdings mit erheblichem Übergewicht. (Die paar Kilo mehr wurden uns am Flughafen erlassen, trotzdem mussten wir fast 400 Dollar für unsere drei Zusatz-Koffer mit Filmequipment blechen!)

Mittwoch früh verabschiedeten wir uns wehmütig von unseren Gastgebern und von dem tollen Texas-Wetter. Alex und ich hatten einen sehr angenehmen und ruhigen Flug zurück nach Deutschland, Matthias’ Rückflug hingegen gestaltete sich als schwieriger. Sein Flieger hatte anfängliche Probleme mit den Motoren, weshalb sich nicht nur der Start um zwei Stunden verzögerte. Die Maschine konnte letzten Endes auch nicht in der üblichen Reisehöhe fliegen und verbrauchte dadurch mehr Treibstoff als vorgesehen. Statt in New York musste er in Cincinnatti zwischenlanden. Sein Anschlussflug nach Frankfurt konnte zwar umgebucht werden, so dass er kaum später als geplant am nächsten Morgen in Frankfurt eintraf - sein Gepäck blieb in Cincinnatti allerdings auf der Strecke. Glücklicherweise wurden die herrenlosen Koffer nicht gleich wegen Terrorgefahr gesprengt… Mit eineinhalb Tagen Verspätung wurden sie wohlbehalten vor seiner Haustür in Karlstadt abgeliefert. ;)

In Anbetracht dieser Umstände können wir den seltsamen Fluggast, der in unserer Maschine direkt neben uns saß, ja nicht wirklich als störend bezeichnen. Eigentlich ein junger Typ, der einen netten Eindruck machte. Doch schnell stellte sich heraus, dass er mit der Spezies Mensch nicht wirklich viel anzufangen weiß - um nicht zu sagen, dass er Menschen verabscheute. Neben Sätzen wie “Don’t touch me!”, die sich Alex anhören musste, und Situationen, in denen er meinen Fuß angewidert zur Seite stieß, damit dieser unter keinen Umständen auf sein Hoheitsgebit der Sitzreihe rutschen konnte, war immer wieder zu beobachten, wie er kopfschüttelnd und mit verachtendem Blick die anderen Fluggäste beobachtete - sollten diese mal zu laut lachen, zu lange an der Toilette anstehen oder versehentlich etwas fallen lassen. Da hat er sich mit der Economy-Class aber auch dummerweise genau den falschen Ort für seine Lebenseinstellung rausgesucht.

Jetzt sind wir also wieder zurück in Deutschland und wurden gleich von Dauerregen und winterlichen Temperaturen begrüßt, als hätten wir das wirklich vermisst. Nein, haben wir nicht, um das noch mal klar zu stellen! Deshalb weigern wir uns seit unserer Rückkehr hartnäckig, unsere Wintermäntel bzw. -jacken anzuziehen. Nicht mehr lange aber, dann zwingt uns die Kälte in die Knie. Die Auswirkungen des Jetlag meinen wir immer noch zu spüren, aber vielleicht liegt der Grund für unsere Müdigkeit auch am schlechten Wetter. Wir haben’s jetzt schon wieder satt!

Ihr merkt, wir sind nicht so ganz froh darüber, wieder hier zu sein. ;) Dennoch sind wir alle froh, dass der Dreh vorbei ist. Es hat Spaß gemacht, und wir haben die Zeit in Texas sehr genossen, aber die Anstrengungen nach fünf Wochen waren genug: Jetzt fühlen wir uns alle urlaubsreif!

It’s a Wrap!

Am Dienstag morgen zwischen 6:30 h und 9:00 h wurden die letzten Bilder eingefangen…


Am Mittwoch früh ging’s zurück nach Good ol’ Germany. Bald mehr…

Catching up - Part 3: Doss again!

Am 3. November wird in Texas die Jagdsaison eröffnet - und das feiert man im Doss Country Store mit einer inzwischen legendären Hunting Party, bei der auch Presley und Vernell Arhelger nicht fehlen.

Nach der Partynacht hieß es früh aufstehen, denn gegen 11 Uhr erwartete uns schon wieder das Wurstfest in New Braunfels. Unterwegs stießen wir noch auf ein echtes Stück Wilden Westen: Luckenbach, Texas. Population: 3!

Catching up - Part 2: LaGrange

Nach einem kurzen Abstecher für einen Tag nach Austin, wo wir Halloween auf 6th Street feierten, ging es am Donnerstag Abend weiter nach New Braunfels. Dort stand der Freitag ganz im Zeichen von Wurst, denn das Wurstfest 2007 feierte seine Eröffnung (Bilder folgen bald!).

Samstag morgen mussten wir aber schon wieder aufbrechen nach La Grange zu unserem letzten Treffen mit Rodney und Mary Koenig in ihrem Wochenendhaus. Dort sah unser Drehplan gerade mal vier Stunden Aufenthalt vor, bevor es am Abend erneut nach Doss ging…


Catching up - Part 1: Doss, Tx

Wir sitzen am Flughafen in Austin und versuchen schnell noch, das Blog mit Infos der letzten Tage zu füttern. Daher gibt’s den ganzen Aufwasch jetzt im Schnelldurchgang…

Nachdem wir Downtown Austin auf dem Drehplan durch hatten, ging es am Dienstag und Mittwoch verganger Woche wieder ins Hinterland nach Doss, der ländlichen Community, der auch Presley & Vernell Arhelger angehören und die gerade mal 150 Einwohner zählt…





Downtown Austin, TX






Ein Tag im Leben…

Am Wochenende hatte ich zum ersten Mal frei! Kein Dreh, keine Interviewvorbereitungen, keine Telefonate mit Protagonisten, kein Material sichten… Das war auch bitternötig nach fast vier Wochen Dauerstress. Ich will euch mal den Ablauf eines Drehtages beschreiben, denn selbst hier vor Ort werden wir verdutzt angeschaut, wenn wir erzählen, dass wir nicht mal Zeit für einen Kinobesuch am Abend finden.

Hier also Beispiel-Drehtag Nr. 20:
Freitag, 26. Oktober 2007
Houston/TX:

  • 7:00 a.m. Continental Breakfast im Motel in Houston: Wässriger Kaffee und 1 Banane pro Person
  • 8:00 a.m. Drehbeginn: Wir fahren immer und immer wieder die Skyline von Houston ab und versuchen im Berufsverkehr vom Highway aus einigermaßen unverwackelte Aufnahmen aus dem Auto heraus zu machen.
  • 10:00 a.m. Wir lassen das Auto in einem teuren Parkhaus Downtown stehen und machen uns mit Kamera und Stativ auf die Suche nach geeigneten Motiven in der Innenstadt, möglichst ohne uns von Security Officern oder Policemen erwischen zu lassen.
  • 12:30 p.m. Mit knurrenden Mägen suchen wir das nächstgelegene Fast Food Restaurant auf: Wendy’s. Während wir in einer recht langen Schlange warten, suchen wir uns unsere Burger-Combos raus. Ich bestelle natürlich wieder ein Sandwich, das sonst anscheinend nie jemand bestellt, jedenfalls dauert es geschlagene 15 Minuten bis es fertig ist. Alex und Matthias haben ihre Burger zu dem Zeitpunkt natürlich längst schon verdrückt. Ich schiebe mir also schnell das Sandwich zwischen die Zähne und trinke mein Dr. Pepper im Auto aus.
  • 01:00 p.m. Wir fahren in das Stadtviertel, in dem Rodney und Mary Koenig wohnen. Wir sammeln Schnittbilder vom Haus von außen und der umliegenden Neighborhood.
  • 02:00 p.m. Wie ausgemacht, kommen Mary und Rodney heute für uns früher als sonst nach Hause. Während sie sich umziehen, bauen wir unser Equipment für ein ausführliches Interview im Wohnzimmer auf. Mit Lichtaufbau und der Verlegung von Ansteckmikros dauert das rund 40 Minuten.
  • 03:00 p.m. Wir beginnen mit dem Interview, wissend, dass Mary sich bereits um 5 Uhr wieder fertig machen muss, um beim Aufbau einer am Abend stattfindenden Charity-Party zu Gunsten der Bach Society zu helfen.
  • 05:00 p.m. Mary wird aus dem Interview entlassen und geht sich umziehen. Wir bauen für ein Einzelinterview mit Rodney um.
  • 05:30 p.m. Interviewbeginn mit Rodney.
  • 06:30 p.m. Rodney zieht sich für die Charity-Party um und fährt los. Er überlässt uns die Schlüssel für das Haus, damit wir später nachkommen können. Die Party beginnt um 7 p.m. und wir wollten eigentlich pünktlich da sein, um den Auftritt einer deutschen A Capella Gruppe nicht zu verpassen… Aber wir müssen erst noch Schnittbilder im Innern des Hauses drehen, da wir keine Zeit haben werden, noch einmal nach Houston zu fahren. Die Pause, die längst vorgesehen (und auch nötig) ist, ist übrigens gestrichen.
  • 07:15 p.m. Wir packen unser Equipment zusammen, holen unsere Anzüge aus dem Auto und werfen uns innerhalb weniger Minuten in Schale. Auf der Einladung heißt es: Cocktailkleid oder Business Attire.
  • 07:30 p.m. Für die Snacks, die uns Mary als Trost für die gestrichene Pause in die Küche gestellt hat, ist keine Zeit mehr. Wir sehen zu, dass der Hund und die Katzen nicht mit davon laufen, während wir unser Equipment packen und düsen los.
  • 07:45 p.m. Ankunft beim Haus der Charity-Veranstaltung. 45 Minuten Verspätung. Wir laden unser Equipment aus und platzen mitten in die Gesangsdarbietung des Ensemble “Amarcord” aus Dresden rein. Kamera und Mikro an und los! Wir kommen gerade noch rechtzeitig, um wenigstens die Darbietung der letzten beiden Stücke festzuhalten. Danach fangen wir noch Bilder der Räumlichkeiten (eindrucksvolles Haus!) und der Partygäste ein, speziell von unseren Protagonisten. Natürlich werden wir allen möglichen Leuten vorgestellt, die uns immer wieder darauf hinweisen, dass wir uns doch auch was vom Buffet nehmen sollen… welches übrigens vorzüglich aussieht (italienische Antipasti und Tiramisu). “Thank you, but we have to work first! We’ll grab something later.” (Danke, aber wir müssen erst arbeiten, wir nehmen uns dann später was.) ist mittlerweile unser Standardspruch auf solchen Veranstaltungen geworden.
  • 09:45 p.m. Drehschluss! Die meisten Gäste sind bereits gegangen, die letzten sind gerade im Aufbruch. Wir kratzen die Reste vom Buffet zusammen und sitzen auf einem Sofa im Wintergarten - eine zerknautschte, ehemals Appetit anregende Tiramisu auf dem feierlich gedeckten Tisch neben uns. Die Bediensteten spülen die letzten Gläser und räumen nach und nach auch das Dessert weg. Viel geht in unsere Mägen eh nicht rein, nachdem das Mittagessen über 9 Stunden zurückliegt. Dann wird uns noch ein Six-Pack Beck’s Light zugesteckt, das man hierzulande aber nicht mal als Beifahrer während der Fahrt trinken darf. Alkoholische Getränke dürfen im Auto nur ungeöffnet mitgeführt werden.
  • 10:30 p.m. Equipment zusammenpacken und Aufbruch nach Austin. Die ersten zwei Stunden fahre ich, dann übergebe ich um 00:30 a.m. das Steuer an Alex, der die zwei Stunden schon mal vorgeschlafen hat erfolglos versucht hat, ein wenig zu schlafen.
  • 01:30 a.m. Ankunft in unserem Hauptquartier in Manor (bei Austin). Wir fallen hundemüde ins Bett und freuen uns auf ein komplett drehfreies Wochenende…

Das Wochenende wurde dann endlich mal sinnvoll genutzt: Shopping! ;) Die Klamotten sind hier zum Großteil wirklich billiger als bei uns in Deutschland - es lohnt sich also. Trotzdem ist Shoppen nicht mit Ausspannen vergleichbar, was vielleicht auch mal nicht schlecht gewesen wäre. Es hat trotzdem Spaß gemacht. Außerdem war endlich mal Zeit, die Abende mit Sarah zu verbringen. Da bin ich nun schon seit Wochen ihr Gast, die Augenblicke, die wir uns in dieser Zeit über den Weg gelaufen sind, lassen sich aber an einer Hand abzählen. Am Sonntag gab’s Dinner im Tokyo Steakhouse: Ein Samurai-aehnlicher Koch bereitet das Essen direkt am Tisch zu - inklusive flammendem Inferno - was schon fast als Performance Kunst bezeichnet werden kann ;) Auch das Publikum wurde miteinbezogen, also wir. Unsere Disziplin: “Flying Tokyo Shrimps” - Samurai-Koch wirft - wir fangen! Und zwar nur mit dem Mund! Mit Ausnahme von Matthias sind wir dabei allesamt klaeglich gescheitert. Alex’ Brille sah hinterher ungefaehr so aus wie die Windschutzscheibe unseres Mietwagens, nachdem wir durch das insektenreiche Ranchland hinter Fredericksburg gefahren sind.


Wenn wir uns nach diesem Wochenende zwar nicht unbedingt körperlich fitter fühlen, so doch zumindest seelisch. Mit guter Laune ging’s am Montag nach Downtown Austin, wo wir nochmals die beiden Studentinnen Erin und Louise auf dem UT Campus trafen. Und am Abend weiter nach Fredericksburg, wo wir Dienstag früh auf der Ranch von Presley und Vernell Arhelger drehen werden.

Yeehaw und gute Nacht!

On the road again… and again and again

Nach eineinhalb Tagen Austin, in denen wir u.a. Professor Hans Boas (der an der UT Sprachforschungen zum Texas-Deutsch betreibt) mit der Kamera begleitet haben, ging’s mal wieder im Eiltempo nach Houston… Unglaublich, wieviel Zeit man hier mit Fahren verbringt vergeudet. Allein in den vergangenen beiden Wochen haben wir knapp 2500 Meilen zu unserem Kilometerstand hinzuaddiert! Und morgen geht’s am späten Abend schon wieder zurück nach Austin.

Anyhow, es gibt mal wieder ein paar Fotos…


Downtown Houston