Bekanntlich muss man in den USA so ziemlich überall mit dem Auto hinfahren, so auch heute vom unserem Motel in Houston zum Supermarkt. Allerdings nahm diese kleine Autofahrt von Alex und mir eine unerwartete Wendung. Nach einem U-Turn auf einer zweispurigen Strasse beschleunigte ich auf der linken Spur, um die Grünphase noch zu erwischen. Dann fährt doch tatsächlich dieser grüne Pick-Up zwischen den Autos auf der rechten Spur auf meine und will seelenruhig weiterfahren. Nicht mit mir! Trotz Vollbremsung und dank regennasser Fahrbahn gelang es mir noch, ihn hinten links voll zu erwischen. Got ´Ya, Buddy! Keinem ist was passiert außer dem obligatorischen Blechschaden, dem “Fender Bender” wie man hier sagt. Wir bekommen nun wohl wieder ein neues Auto.
Da die Mietwagenfirma in solchen Fällen die Einschaltung der Polizei verlangt, warteten wir eine geschlagene dreiviertel Stunde auf den Officer, der niemals kam. Es gelang uns aber dann, das dritte an uns vorbeifahrende Polizeiauto zum Anhalten zu bewegen, wobei der Cop uns freundlich aber bestimmt mitteilte, dass er keine Unfälle aufnimmt und uns nur ein Formblatt aus dem Fenster reichte - zum Austausch von Adressen und Versicherungsdaten. Auf der 24-Stunden-Hotline der Mietwagenfirma ist natürlich seit Stunden niemand zu erreichen…
Ein Glück, dass der Schaden so klein ist, dass das Auto noch immer fährt… In Abwandlung einer beliebten Redensart hier in Texas: You should see the other car!
Hallo interessierte Leser,
da ich auch hier in Texas von vielen schon darauf angesprochen wurde, ein kurzer Exkurs über ein hier unersetzliches Equipmentteil. Der Hut – also mein Hut – der (wie ihr sicher als eifrige Bilderbetrachter schon bemerkt habt) auf meinem Kopf fest verankert ist. Er schützt nicht nur vor der hier gnadenlos brennenden Sonne, sondern kann zusätzlich als Kühlluftfächer, Sonnenblende für die Kamera und vieles mehr dienen. Natürlich ist dies in meinem Fall kein original Texas-Hut wie er hier von fast jedem getragen wird (Oftmals aus Stroh oder Filz, bei den Amis hier natürlich auch aus Plastik erwerbbar). Vielmehr handelt es sich um einen Lederhut aus einem anderen sonnengeplagten Land: Australien. Er wurde aus gutem Känguruleder gefertigt und von mir im Ursprungsland erworben. Aus schmerzlicher Erfahrung hatte ich bereits bei anderen Filmprojekten gelernt, dass ein Baseballcap zwar gut aussieht und auch die Augen vor dem Licht schützt, aber außer dem Gesicht allerdings alle anderen Kopfpartien ungeschützt bleiben. Daher der nun original australische, rundum Sicherheit bietende Outback-Hut. Gleichzeitig ist seine Krempe flexibel und ist somit weder beim Fotografieren noch beim Bedienen der Filmkamera störend im Weg. Die Vorteile, bzw. die Nachteile einer nicht adäquaten Kopfbedeckung hat Alex heute schmerzlich erfahren müssen (Stichwort Krebsrot), so dass für unseren morgigen Sonntag erstmal der Kauf eines Texas-Cowboyhutes auf dem Plan steht. Am Ende dieses Trips können wir sicherlich dann auch einen nicht repräsentativen Vergleichstest anbieten, wessen Cowboyhut – in Australien heißen die Personen allerdings Ringer – den Strapazen und Anforderungen eines Filmes besser gewachsen ist.