Unsere letzte Drehwoche hatte es ganz schön in sich. Acht Drehtage am Stück, und zwar in folgender Reihenfolge: Austin, Doss, Austin, New Braunfels, La Grange, Doss, New Braunfels. Schlecht geplant, wird der ein oder andere jetzt vielleicht sagen… Dieser etwas ungute Ablauf ergibt sich jedoch daraus, dass wir versuchen mussten, am Ende noch einmal alle Protagonisten vor die Linse zu holen. Außerdem waren wir an Ereignisse gebunden, wie etwa das Wurstfest in New Braunfels oder die Hunting Party zur Eröffnung der Jagdsaison in Doss. Dennoch: Wir haben’s überlebt und einige wichtige und tolle Bilder einfangen können. Es hat sich also gelohnt!
Zu einigen dieser letzten Stationen habt ihr ja schon ein paar Infos bekommen und Bilder gesehen… Besonders erwähnenswert ist aber natürlich noch das Wurstfest- “the ten day salute to sausage”. Geworben wird auch mit dem Spruch: “The best times are Wurst times”! Hier wird zwar viel Bier getrunken (sogar deutsches Importbier, ist allerdings etwas teurer als amerikanisches Bier), gefeiert wird aber die Wurst. Statt eines Bierfass-Anstichs wird hier eine lange Wurst angebissen… Ich will aber nicht zu viel vorweg nehmen, ihr sollt euch das Spektakel im fertigen Film ansehen. Jedenfalls meinen die Amerikaner, der einzige Unterschied zwischen dem Oktoberfest in München und dem Wurstfest in New Braunfels sei der, dass man bei ihnen Bier nur aus Plastikbechern trinken und nicht auf den Tischen tanzen dürfe. Mal sehen was ihr dazu sagt, wenn ihr den Film gesehen habt. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß bei diesem äußerst skurrilen Event. Kleine Anekdote: Als wir Hunger bekamen, verließen wir drei Deutschen übrigens das Fest und gingen bei Chili’s Tex-Mex essen - dabei hätte es vor Ort alle nur erdenklichen Formen von angeblich deutschem Essen gegeben…
Am Montag Abend, 5. November 2007, beendeten wir die fünfwöchigen Dreharbeiten. Noch in der Nacht ging’s zurück nach Austin. Unseren letzten Tag in den Staaten verbrachten wir im Großen und Ganzen mit Highspeed-Shopping und Koffer packen. Am Abend gab es noch selbstgemachtes Chili bei Cheryl, Sarah und Kate in unserer Homebase in Manor. Um zwei Uhr nachts waren dann endlich alle Koffer gepackt, zum Teil allerdings mit erheblichem Übergewicht. (Die paar Kilo mehr wurden uns am Flughafen erlassen, trotzdem mussten wir fast 400 Dollar für unsere drei Zusatz-Koffer mit Filmequipment blechen!)
Mittwoch früh verabschiedeten wir uns wehmütig von unseren Gastgebern und von dem tollen Texas-Wetter. Alex und ich hatten einen sehr angenehmen und ruhigen Flug zurück nach Deutschland, Matthias’ Rückflug hingegen gestaltete sich als schwieriger. Sein Flieger hatte anfängliche Probleme mit den Motoren, weshalb sich nicht nur der Start um zwei Stunden verzögerte. Die Maschine konnte letzten Endes auch nicht in der üblichen Reisehöhe fliegen und verbrauchte dadurch mehr Treibstoff als vorgesehen. Statt in New York musste er in Cincinnatti zwischenlanden. Sein Anschlussflug nach Frankfurt konnte zwar umgebucht werden, so dass er kaum später als geplant am nächsten Morgen in Frankfurt eintraf - sein Gepäck blieb in Cincinnatti allerdings auf der Strecke. Glücklicherweise wurden die herrenlosen Koffer nicht gleich wegen Terrorgefahr gesprengt… Mit eineinhalb Tagen Verspätung wurden sie wohlbehalten vor seiner Haustür in Karlstadt abgeliefert.
In Anbetracht dieser Umstände können wir den seltsamen Fluggast, der in unserer Maschine direkt neben uns saß, ja nicht wirklich als störend bezeichnen. Eigentlich ein junger Typ, der einen netten Eindruck machte. Doch schnell stellte sich heraus, dass er mit der Spezies Mensch nicht wirklich viel anzufangen weiß - um nicht zu sagen, dass er Menschen verabscheute. Neben Sätzen wie “Don’t touch me!”, die sich Alex anhören musste, und Situationen, in denen er meinen Fuß angewidert zur Seite stieß, damit dieser unter keinen Umständen auf sein Hoheitsgebit der Sitzreihe rutschen konnte, war immer wieder zu beobachten, wie er kopfschüttelnd und mit verachtendem Blick die anderen Fluggäste beobachtete - sollten diese mal zu laut lachen, zu lange an der Toilette anstehen oder versehentlich etwas fallen lassen. Da hat er sich mit der Economy-Class aber auch dummerweise genau den falschen Ort für seine Lebenseinstellung rausgesucht.
Jetzt sind wir also wieder zurück in Deutschland und wurden gleich von Dauerregen und winterlichen Temperaturen begrüßt, als hätten wir das wirklich vermisst. Nein, haben wir nicht, um das noch mal klar zu stellen! Deshalb weigern wir uns seit unserer Rückkehr hartnäckig, unsere Wintermäntel bzw. -jacken anzuziehen. Nicht mehr lange aber, dann zwingt uns die Kälte in die Knie. Die Auswirkungen des Jetlag meinen wir immer noch zu spüren, aber vielleicht liegt der Grund für unsere Müdigkeit auch am schlechten Wetter. Wir haben’s jetzt schon wieder satt!
Ihr merkt, wir sind nicht so ganz froh darüber, wieder hier zu sein.
Dennoch sind wir alle froh, dass der Dreh vorbei ist. Es hat Spaß gemacht, und wir haben die Zeit in Texas sehr genossen, aber die Anstrengungen nach fünf Wochen waren genug: Jetzt fühlen wir uns alle urlaubsreif!




























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