Wir haben uns einen T-Mobile Wi-fi Zugang zugelegt, da wir mit unseren Laptops nirgends umsonst ins Internet können… Jetzt sind wir zwangsläufig Stammkunden bei Starbucks geworden, da das der einzige Laden zu sein scheint, der mit T-Mobile Cross-Promotion betreibt.
Nun sitzen wir also wieder hier – im Starbucks in New Braunfels – checken unsere Emails und hören Lounge-Musik. Nur kann ich mich kaum konzentrieren, da ständig eine Cockroach (riesige texanische Kakerlake mit Flügeln) um unsere Beine kriecht. Die Biester können wirklich lästig sein… hier scheint das aber niemanden groß zu beeindrucken, außer vielleicht noch die Mädels am Nachbartisch, die das Viech auch misstrauisch beobachten.
Unser dritter Tag in New Braunfels geht zu Ende. Wir haben nicht alles geschafft, was ich schaffen wollte, aber dafür ist das Material gut, denke ich. Mit Bill und Diane läuft es prima, auch wenn ich ihnen und uns jetzt erstmal eine Pause gönnen möchte. Wir werden später noch einmal hierher kommen.
Ach ja: morgen ist übrigens der erste “freie Tag” (zumindest für Alex und Matthias)! Es geht wieder zu Sarah nach Manor (bei Austin) und ich werde mich endlich um die Termine für nächste Woche kümmern können, Fragenkataloge erstellen, Material sichten und protokollieren…
(Ich habe gerade die Kakerlake mit dem Fuß verscheucht, woraufhin sie im hohen Bogen am Nachbartisch vorbei und ans Fenster geflogen ist….die Mädels sind aufgesprungen vor Schreck! Oops!)
Wir wurden heute in ein deutsches Restaurant geschleppt und aßen Jägerschnitzel (Alex hatte die texanische Variante mit Jalapenos). Die deutschen Besitzer sind vor ca. 2 Jahren hierher ausgewandert. Sie gaben mir ein kleines Interview, welches stark an die Auswandererserie “Mein neues Leben” erinnerte. Tatsächlich hatte Kabel 1 die Familie damals mit der Kamera begleitet. Anscheinend stellte ich dieselben Fragen wie die Leute von Kabel 1, denn das Ehepaar antwortete wie aus der Pistole geschossen, als hätten sie die Antworten vorher untereinander aufgeteilt und einstudiert.
Anfang November wird hier in der Stadt das “Wurstfest” stattfinden, the ten days salute to sausage. Es handelt sich um eine Art Oktoberfest (für amerikanische Verhältnisse im größeren Stil). Wer den Film “Schultze gets the Blues” gesehen hat, wird sich vielleicht an die Szene erinnern, in der Schultze auf dem amerikanischen Fest mit seinem Akkordeon auftreten soll, es dann aber nicht tut. Diese Szene wurde auf dem Wurstfest “live” gedreht – davon berichtete uns heute der Wurst Relations Director (PR-Chef) der Wurstfest Association. Wir werden den Aufbau der Zelte und der Deko festhalten und Anfang November auf dem Fest filmen.
Ansonsten geht es uns gut. Auch wenn der Kulturenclash bei uns bereits seine ersten Spuren hinterlässt: Wir fangen an, wie unsere Protagonisten Englisch und Deutsch zu mixen, teils sprechen wir (die Crew) nur noch Englisch untereinander und Deutsch mit den Protagonisten. Außerdem haben wir einen “Blas- und Volksmusik-Flash” – unsere Gastgeber hören ununterbrochen “Sounds of the Season” im Radio (und es ist gerade Oktoberfest Season!)… Ich lerne einiges über die deutsche Küche um die Jahrhundertwende und merke, wie wenig ich mich im Alpenvorland auskenne. (Beim Angucken von Deutschland-Fotoalben heißt es ständig: “Do you know Bischofswiesen/ Wallgau/ Bad Vigaun / … ? Have you been there? It’s beautiful!”)
Da fährt man also nach Texas, um etwas über Deutschland zu lernen.
Die Kakerlake hat sich mittlerweile in Alex’ Laptop-Tasche verkrochen…

















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