Ich weiß, ein Update ist schon lange fällig… zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass mich das Sichten, Protokollieren und Organisieren meines Materials in den letzten Wochen regelrecht aufgefressen hat. 88 Stunden Rohmaterial sind eben kein Pappenstiel. Aber jetzt bin ich durch!!! Alles gesehen, alles haarklein notiert, jetzt kann es losgehen mit dem Konzipieren und Schneiden! Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte ich damit bereits vor zwei Wochen anfangen sollen. Aber darüber sollte ich jetzt nicht nachdenken, sondern lieber einfach loslegen mit der Arbeit.
In den letzten Wochen herrschte also Ausnahmezustand - und bis zur Diplomabgabe Ende Januar wird sich das wohl auch nicht ändern. Was das im Konkreten bedeutet, kann man sich ja denken: Nackenverspannungen, viereckige Augen, dreckige Wohnung, Fertigpizza und Nudeln mit Pesto, Rückenschmerzen, Panik-Attacken, Lustlosigkeit, verstärkter Kaffee-, Cola- und Alkoholkonsum, klaustrophobische Anfälle, Vernachlässigung von Familie und Freunden, Appetitlosigkeit, und so weiter und so fort. Völlig überflüssiger Zusatz-Stress blieb mir leider nicht erspart: geschlagene fünf Wochen lang wurde unser Bad aufgrund eines Wasserschadens komplett saniert, in dieser Zeit hatten wir also weder Dusche noch Waschmaschine in der WG. Es kostete Zeit und Nerven ständig zum Duschen und Wäsche waschen außer Haus gehen zu müssen, hinzu kam der tägliche Baustellenlärm ab 8 Uhr früh direkt neben meinem Arbeitszimmer… Staub und Schutt überdeckten schließlich Tag für Tag von Neuem die ohnehin vernachlässigte Wohnung, was aber wenigstens Ausrede genug war, um nicht putzen zu müssen.
Eigentlich wollte ich auch sämtliche gedrehte Interviews (insgesamt ca. 18 Stunden gesprochener Text) selbst abtippen… Solche Interviewmitschriften sind extrem wichtig, damit ich anhand der Texte inhaltlich weiterarbeiten kann und die wichtigen Sätze wiederfinde. Diese Arbeit selbst zu erledigen ist sinnvoll, da man währenddessen einen tiefen Einblick in das Material bekommt und bereits bewusst oder unterbewusst selektiert. Dennoch musste ich aus Zeitgründen den Job abgeben… Nena Adamik tippte dankenswerterweise in den letzten zwei Wochen alle Interviews für mich ab - jetzt muss ich die ca. 270 Seiten “nur” noch lesen und auswerten.
Letzten Donnerstag kam Herr Wagner, mein Erstprüfer, aus Stuttgart angereist, um einen Einblick in mein Material zu bekommen. Kaum zu glauben, aber sechs Stunden reichten nicht ganz aus, um einen Überblick über sämtliche Protagonisten und Drehorte zu geben. Dennoch konnten einige Ideen zum Konzept überdacht und neue entwickelt werden.
Leider kann ich es mir nicht leisten zwischen Weihnachten und Silvester ein paar Tage frei zu machen. Fest und Braten beschränken sich also auf das Nötigste. Erstaunlich genug, dass ich es geschafft habe Geschenke aufzutreiben und zu verschicken - was wäre die Welt nur ohne Online-Shopping!
In diesem Sinne wünsche ich allen treuen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2008!






























0 Kommentare zu “Ausnahmezustand”