Archive for Oktober, 2007

P2-Technik beim Dokumentarfilm (Teil 1)

Weil wir mit “Cowboys in Lederhosen” nicht nur geographisch, sondern auch technisch gesehen Neuland betreten, will ich mal ein paar Worte zum Thema HD-Dreh, P2-Technik und Workflow los werden. Also eine Menge technisches Mambojambo, um das alle Nicht-Interessierten im besten Fall einen weiten Bogen machen.

Zu den Basics: Wir drehen mit einer Panasonic HVX200E im P2-Format, d.h. wir zeichnen nicht auf Videoband auf, sondern auf Speicherkarten. Wochenlang hatten wir uns im Vorfeld mit dem Handling der Daten und der Formatvielfalt bei HD-Video auseinandergesetzt. Vieles ist neu und unerprobt – nicht nur für uns, sondern wohl auch für andere. Erfahrungsberichte sind noch rar und die Meinungen gehen in alle Richtungen. Fragen kamen auf: Wie geht man mit der riesigen Datenmenge um, deren Größe gerade beim Dokumentarfilm schwer einzuschätzen ist? Wie viel Speicherplatz wird nötig sein, um ein vernünftiges Drehverhältnis zu erzielen? Wie sichert man die Daten mindestens zweifach ab? Wie lange dauert die Datenübertragung bei der Sicherung? Wer führt Buch über die Daten, kümmert sich um die Sicherung, das Abladen und Neuformatieren der Karten? Wie und wo kann man Material vernünftig sichten?

Bei all diesen Fragen muss zusätzlich noch beachtet werden, dass wir für die Dauer der Dreharbeiten keine stationäre Homebase haben: Wir sind mobil, können Daten also nicht auf stationären Rechnern sichern, sondern müssen ein System finden, das sich Abend für Abend schnell aufbauen und einfach bedienen lässt, das leicht und transportabel ist.


Uns stehen zur Aufzeichnung 4 P2-Karten á 8 GB zur Verfügung sowie Panasonics mobiles Festplattenlaufwerk AJ-PCS060G (das so genannte P2Store mit 60 GB Speicherplatz) und ein Focus FS-100 FireStore (mit 100 GB, deutscher Vertrieb durch die Como GmbH). Wir kommen also auf 192 GB Speicherkapazität, bis alle Karten, das P2Store sowie das FireStore randvoll sind – und wir gezwungen sind, diese Daten auf einen permanenten Speicher zu übertragen. Wieviel 192 GB in Minuten sind hängt vom HD-Format ab.
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On the road again… and again and again

Nach eineinhalb Tagen Austin, in denen wir u.a. Professor Hans Boas (der an der UT Sprachforschungen zum Texas-Deutsch betreibt) mit der Kamera begleitet haben, ging’s mal wieder im Eiltempo nach Houston… Unglaublich, wieviel Zeit man hier mit Fahren verbringt vergeudet. Allein in den vergangenen beiden Wochen haben wir knapp 2500 Meilen zu unserem Kilometerstand hinzuaddiert! Und morgen geht’s am späten Abend schon wieder zurück nach Austin.

Anyhow, es gibt mal wieder ein paar Fotos…


Downtown Houston






Close Encounter Of The Car Kind

Bekanntlich muss man in den USA so ziemlich überall mit dem Auto hinfahren, so auch heute vom unserem Motel in Houston zum Supermarkt. Allerdings nahm diese kleine Autofahrt von Alex und mir eine unerwartete Wendung. Nach einem U-Turn auf einer zweispurigen Strasse beschleunigte ich auf der linken Spur, um die Grünphase noch zu erwischen. Dann fährt doch tatsächlich dieser grüne Pick-Up zwischen den Autos auf der rechten Spur auf meine und will seelenruhig weiterfahren. Nicht mit mir! Trotz Vollbremsung und dank regennasser Fahrbahn gelang es mir noch, ihn hinten links voll zu erwischen. Got ´Ya, Buddy! Keinem ist was passiert außer dem obligatorischen Blechschaden, dem “Fender Bender” wie man hier sagt. Wir bekommen nun wohl wieder ein neues Auto. ;) Da die Mietwagenfirma in solchen Fällen die Einschaltung der Polizei verlangt, warteten wir eine geschlagene dreiviertel Stunde auf den Officer, der niemals kam. Es gelang uns aber dann, das dritte an uns vorbeifahrende Polizeiauto zum Anhalten zu bewegen, wobei der Cop uns freundlich aber bestimmt mitteilte, dass er keine Unfälle aufnimmt und uns nur ein Formblatt aus dem Fenster reichte - zum Austausch von Adressen und Versicherungsdaten. Auf der 24-Stunden-Hotline der Mietwagenfirma ist natürlich seit Stunden niemand zu erreichen…

Ein Glück, dass der Schaden so klein ist, dass das Auto noch immer fährt… In Abwandlung einer beliebten Redensart hier in Texas: You should see the other car!

Zwischen den Welten

Ja, ich weiß… ich schreibe zu selten. Shame on me! Ich hatte ja so meine Zweifel als Alex dieses Blog eingerichtet hat, da ich irgendwie wusste, dass es schwierig werden könnte, es auch zu füttern. Ich hatte die vergangene Woche absolut keine Zeit zum Schreiben, was mir sehr leid tut. Ehrlich! Aber eigentlich könnt ihr euch nicht beschweren, denn immerhin bemüht sich zumindest der Herr Produzent, spät nachts noch Bilder hochzuladen, wenn meine Äuglein schon zugefallen sind.

Die vergangene Woche bestand aus ziemlich vielen Ortswechseln: Wir waren in Doss, Fredericksburg, New Braunfels, Austin und Houston. Wir filmten acht Tage am Stück. Dabei machte uns tatsächlich ein paar Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn wenn’s in Texas doch mal regnet, then it’s raining cats and dogs!

Ich interviewte unter anderem Vernell und Presley (unser Rancher-Ehepaar in Doss), sowie Bill und Diane in ihrem Haus in New Braunfels. Außerdem zeigte uns Presley seine Rinder, Ziegen und Wildschweine – und ließ uns mal wieder auf seinem Pickup Truck über Stock und Stein quer durch die Prärie mitfahren.

In New Braunfels filmten wir die Vorbereitungen für das Wurstfest, wobei Matthias am darauffolgenden Tag noch einmal von Austin nach New Braunfels düsen musste: Arbeitsteilung war angesagt; während ich in Manor Material sichtete und Termine mit Protagonisten vereinbarte, und Alex am Drehbuch für seinen Diplomfilm schrieb, fing Matthias Bilder vom Aufbau auf den Wurstfest Grounds ein.

In Austin trafen wir auf die beiden Germanistik-Studentinnen Louise und Erin, die für die deutsche Show im Uni-Radio verantwortlich sind. Wir durften mit ins Studio und hörten seit langem mal wieder deutsche Radionachrichten (Deutsche Welle), vorgelesen von Louise. Die beiden sehen die Radioshow vor allem als Gelegenheit ihr Deutsch zu üben und den anderen Studenten junge deutsche Musik schmackhaft zu machen. Ein Interview mit den beiden ist für kommenden Mittwoch angesetzt.

Am Samstag ging es auf eine Ranch nach La Grange zu einem Familienfest der Koenig Family. Rodney Koenig ist Anwalt in Houston und wir lernten ihn und seine Frau Mary in den vergangenen Tagen besser kennen. (Kleine Randbemerkung: Mary ist Englischlehrerin, und eine ihrer ersten Schülerinnen vor ein paar Jahrzehnten in Beverly Hills war… Carrie “Prinzessin Leia” Fisher. Deshalb hat sie auch einen Korb voll original verpackter “Star Wars”-Figuren in ihrem Esszimmer stehen – eigentlich für die Enkel, aber “Star Wars”-Fan Matthias durfte sich später auch eine mitnehmen…)

Wie ihr bereits den Bildunterschriften entnehmen konntet, waren wir am Samstag Abend auf dem “Consular Ball” im Intercontinental Hotel in Houston eingeladen, bei dem Rodney und Mary repräsentative Aufgaben hatten. Auf dem diesjährigen Ball wurde Deutschland geehrt, was wohl nur alle 15 Jahre passiert. Hier trafen sich vor allem Konsule aus verschiedenen Ländern und wichtige Personen aus der Wirtschaft. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen war Ehrengast und der deutsche Generalkonsul Rainer Münzel gab uns seine Telefonnummer. Unser Fazit nachts um Null Uhr: Nach einer gewissen Menge Alkohol sind alle Menschen gleich – egal ob reich oder arm, Prinz oder Student. Außerdem hatten wir an dem Abend noch einen kleinen persönlichen Triumph: Wir waren technisch besser ausgestattet als das Filmteam des Discovery Channels, welches uns hin und wieder im Weg herum stand! ;)
Hier weiterlesen… ‘Zwischen den Welten’

Billboards to Houston

Im Anschluss an den Dreh in La Grange, TX, ging’s mit Vollgas nach Houston, um einen wichtigen Abendtermin mit Rodney einhalten zu können. Um Euch mal ein Gefühl vom Fahren über die Interstate-Highways zu vermitteln, haben wir die einzige Abwechslung, die es auf diesen Strecken gibt, festgehalten: Billboards und Straßenschilder. Abgesehen davon geht es für Stunden immer nur geradeaus ;)






In Houston erwartete uns mal wieder das totale Kontrastprogramm: Der 56. Consular’s Ball im InterContinental, wo Rodney in einer wichtigen Funktion eingespannt war. Darüberhinaus wurde in diesem Jahr Deutschland geehrt, was auch immer das heißen mag. Zufall: Der deutsche Generalkonsul in Houston, Rainer Münzel, ist ein waschechter Karlstädter (!) und ehemaliger Theologie-Student der Uni Würzburg. Kann man es also doch zu was bringen, wenn man aus der Ecke kommt ;)

Dreharbeiten in La Grange, TX

In der Kleinstadt zwischen Austin und Houston treffen wir Rodney Koenig wieder,......der hier sein Wochenendhaus hat.Rodney zeigt uns die Brücke, auf der er das Haus bauen ließ. Bei Regen fließt ein Wasserfall drunter durch.Rodney (r.) und Uli, ein deutscher Architekt, der vor zwanzig Jahren hierher ausgewandert ist.Im Anschluss ging's auf die Farm von Rodneys Bruder Weldon zur 'Koenig Family Reunion', die einmal im Jahr stattfindet.

93° F

Um Euch mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen, gibt es erstmal “nur” eine Reihe von Fotogalerien… Für ausführliche Berichte finden wir gerade keine Zeit.



Secrets & Lies…

An sich finde ich es hier in Texas ja wirklich schön, aber was einem hier so über den Weg kriecht und krabbelt, das kann einem ganz schön zu schaffen machen - vor allem, wenn man nie ein großer Freund von Insekten war. Besonders Spinnen gibt es hier in den schillerndsten Farben, wobei die Wahrscheinlichkeit, einer der beiden giftigen Arten zu begegnen wohl eher gering sein soll. Jedenfalls verbringt man doch erhebliche Zeit damit, vor dem Schlafengehen in alle Ecken und Ritzen zu leuchten, um feindselige Angreifer rechtzeitig vernichten zu können. Da tut es gut, wenn die Drehtage lang und anstrengend sind, und man ohne viel Nachzudenken schnell einschlafen kann.

Vor zwei Tagen sitzt dann auch ein Skorpion auf dem Wohnzimmerteppich. Cheryl, unsere Gastgeberin in Manor, kennt da nichts und zerknirscht es zwischen zwei Schuhen. Auf meine Frage, ob der Skorpion denn auch zustechen würde, antwortet sie trocken: “I could lie to you, but to be honest: If a scorpion finds you, it will sting you. No matter, if it feels aggravated or not. It’s just his way of handling things.” (Ich könnte Dir jetzt was vormachen, aber um ehrlich zu sein: Wenn ein Skorpion Dich findet, wird es Dich stechen. Egal, ob es sich von Dir bedroht fühlt oder nicht. Das ist nun mal seine Art.)
- Aber kriecht er denn auch in die Betten?
- “Ah… well… I could lie to you again, but you know……” (Mmh… Naja… Auch in der Hinsicht könnte ich Dir was vormachen, aber……)

Ach. Die Matratze, die für mich aufgeschlagen wurde, liegt gerade Mal einen Meter entfernt - und noch einige Nächte dort vor mir.

Quer durch Texas Hill Country